Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie
1200430296.jpg
Die Siegaue ist ein Naturschutzgebiet aus dem Schutzgebietsnetz Natura 2000.
Durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zur Erhaltung natĂŒrlicher LebensrĂ€ume und der wild lebenden Tiere und Pflanzen Europas von 1992 haben sich die Staaten der EuropĂ€ischen Union (EU) verpflichtet, die LebensrĂ€ume und Quartiere der FledermĂ€use zu erhalten.

Die FFH-Richtlinie fordert einen strengen gesetzlichen Schutz fĂŒr bestimmte Arten, die in ihrem Anhang IV aufgelistet sind. Dazu gehören alle Fledermausarten Europas.

FĂŒr einige ausgewĂ€hlte Arten, die im Anhang II der Richtlinie aufgefĂŒhrt sind, mĂŒssen die EU-Staaten spezielle Schutzgebiete zu ihrer Erhaltung ausweisen. Folgende Fledermausarten stehen in diesem Anhang II: Bechsteinfledermaus, Großes Mausohr, Teichfledermaus, Wimperfledermaus und Mopsfledermaus. Von diesen Arten kommen alle bis auf die Mopsfledermaus auch in Bonn und/oder Umgebung vor.
Weitere Schutzgebiete mĂŒssen um bestimmte Lebensraumtypen ausgewiesen werden. Unter denen sind auch viele Waldtypen, die als LebensrĂ€ume von FledermĂ€usen wertvoll sind. Die FFH-Gebiete sind Bausteine fĂŒr das europaweite Schutzgebietsnetz Natura 2000. Zu diesem Netzwerk gehören auch der Kottenforst, das Siebengebirge sowie Siegaue und SiegmĂŒndung. Karten sowie allgemeine Informationen ĂŒber die Schutzgebiete der Stadt Bonn (Regierungsbezirk Köln) und weitere in ihrer Umgebung findet man im Internet auf den Seiten ĂŒber Nordrhein-Westfalens Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete (Nr. DE-5308-303, DE-5309-301 und DE-5208-301).

1170524081.jpg
Die Siegaue in Niederkassel Mondorf ist ein geschĂŒtztes Gebiet, in dem zum Beispiel RauhhautfledermĂ€use balzen.
Das Natura 2000-Gebiet Siebengebirge umfasst die Ofenkaulen und hat die Erhaltung einiger Fledermausarten als Schutzziel. Die historischen Bergwerke der Ofenkaulen sind nĂ€mlich heute ein Fledermausquartier, das zu den bedeutendsten in Deutschland zĂ€hlt und die meisten winterschlafenden Großen Mausohren in Nordrhein-Westfalen beherbergt. Der BAFF hat dieses Quartier erforscht und Veröffentlichungen darĂŒber geschrieben.

Über die FFH-Richtlinie informiert das Bundesamt fĂŒr Naturschutz auf seiner Homepage (> Themen > Natura 2000). AusfĂŒhrlichere Informationen, auch ĂŒber den Stand ihrer Umsetzung in den einzelnen EU-Staaten, gibt es auf der Homepage der EuropĂ€ischen Kommission (> Newsletter Natura).

VorlĂ€ufer der FFH-Richtlinie war die Berner Konvention, die jedoch zu den internationalen Übereinkommen gehört und somit nicht denselben bindenden Charakter hat wie eine Richtlinie in der EU.